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STUDIERENDE
DHBW
DHBW-KOMPASS
KOMPASS SEITE 11
Großes Interesse am Thema Gesundheit
Studierende BWL-International Business erforschen die Gesundheitskomptenz von Jugendlichen
Ein zwölfköpfiges Team von Studierenden aus dem dem Studiengang
BWL-International Business an der
DHBW Ravensburg hat im Rahmen
eines Integrationsseminars unter der
Leitung von Prof. Dr. Thomas Dobbelstein eine bundesweite Studie zur
Gesundheitskompetenz von Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren
durchgeführt.
Die Studie fragte unter anderem
nach dem Anreiz von Jugendlichen,
sich mit dem Thema Gesundheit zu
beschäftigen. Hohe Werte ergab dies
für die Themen mentale Gesundheit, gesünder aussehen sowie
Freunde und Familie schützen. Was
sie davon abhält ist besonders die
fehlende Zeit dafür sowie die Frage
nach der Verständlichkeit und der
Verlässlichkeit der Informationen.
Rund 64% der Befragten signalisierten aber ein hohes Interesse an einer
jugendgerechten digitalen Plattform. Neun von zehn der Jugendlichen würden ein Schulfach Gesundheit befürworten. Bei einer Messung
der Gesundheitskompetenz ergab
die Kompetenz von Jugendlichen einen deutlich höheren Wert als die
von Erwachsenen und von der Gesamtbevölkerung.
Die Idee und fachliche Anregung
für die Studie kamen von Prof. Dr.
med. Hans Joachim von Büdingen
und Dipl.-Verw. Wiss. Ulrich Kerle
von der Deutschen Schlaganfallbegleitung (DSB) gGmbH. Gesponsert
wurde die Erhebung vom Förderverein gegen den Schlaganfall e.V.
Das Thema ist von erheblicher ge-
bundesweit Jugendliche der Altersgruppe 16 bis 18; nach gründlicher
Datenprüfung umfasste die finale
Stichprobe rund 1.465 Personen.
Zur Messung kam mit dem international anerkannten HLS19-Q12 ein
für Jugendliche angepasstes Instrument des WHO Action Network MPOHL zum Einsatz. Erstmals liegen
damit repräsentative Daten für diese
Altersgruppe in Deutschland vor.
Studierende durchlaufen
gesamten Forschungsprozess
Bei der Präsentation der Ergebnisse.
sellschaftlicher Bedeutung: HerzKreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen und hängen in vielen Fällen
mit beeinflussbaren Risikofaktoren
wie Bewegungsmangel, ungesunder
Ernährung oder Bluthochdruck zusammen. Entscheidend ist dabei die
sogenannte Gesundheitskompetenz:
die Fähigkeit, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu
bewerten und im Alltag anzuwenden.
Für Jugendliche ist diese Kompetenz
besonders relevant. Sie wachsen in
einer Welt auf, in der Gesundheitsinformationen jederzeit über soziale
Medien, Suchmaschinen und unzählige andere Quellen verfügbar sind,
seriöse und unseriöse gleichermaßen. Wer Warnzeichen richtig deutet, medizinische Informationen einordnen und verlässliche von fragwürdigen Quellen unterscheiden kann,
trifft bessere Entscheidungen für die
eigene Gesundheit. Genau in dieser
Lebensphase werden zudem viele
Gewohnheiten geprägt, die sich später auf das gesamte Erwachsenenleben auswirken. Gesundheitskompetenz im Jugendalter ist damit ein zentraler Baustein für langfristige
Prävention. Wer früh lernt, fundierte
Entscheidungen zu treffen, kann ein
Leben lang davon profitieren.
Bisher noch keine
belastbaren Daten
Bislang gab es jedoch kaum belastbare Daten darüber, wie es um diese
Kompetenz bei jungen Menschen in
Deutschland tatsächlich bestellt ist.
Genau diese Lücke schließt das Projekt.
Über mehrere Monate hinweg konzipierten die Studierenden eine vollständige empirische Untersuchung:
von der Stichprobenberechnung
über die Auswahl eines professionellen Panel-Anbieters bis zur statistischen Auswertung. Befragt wurden
Für die Studierenden war das Seminar weit mehr als eine akademische
Übung: Sie durchliefen den gesamten Forschungsprozess und leiteten
aus ihren Ergebnissen konkrete
Handlungsempfehlungen ab. Dazu
zählen eine stärkere emotionale und
alltagsnahe Gesundheitsansprache,
die Einführung eines Schulfachs
„Gesundheit und Krankheit“, idealerweise in den Klassen 7 bis 9 und
mit Schwerpunkten wie psychische
Gesundheit, Ernährung und Erste
Hilfe, gezielte niedrigschwellige Angebote für besonders förderbedürftige Gruppen sowie die Entwicklung
einer jugendgerechten digitalen Gesundheitsplattform.
Beteiligt an der Studie waren: Alina
Röck, Clara Vogel, Emelie Düll,
Emily Meßmer, Fabienne Fiderer,
Dimitri Fischer, Jonathan Ruschka,
Carolina Kullmann, Oliver Leuter,
Nicolas Dreher, Kristina Urena und
Mika Ramsbacher (BWL- International Business, Kurs WIB123). Seminarleitung: Prof. Dr. Thomas Dobbelstein.
Wissenschaft trifft Praxis: Wie selbstbestimmtes Leben im Alter gelingen kann
Kooperationsprojekt mit der Johanniter-Unfall-Hilfe
„Wie können ältere Menschen länger selbstbestimmt zu Hause leben?“:
Dieser Frage widmet sich ein Kooperationsprojekt zwischen den Johannitern und einem Team aus internationalen Studierenden und Lehrenden der DHBW Ravensburg, der
finnischen JAMK University of Applied Sciences und der Fontys International Business School Venlo in
den Niederlanden. Dabei stehen
Fachleute der Johanniter und die
Studierenden aktiv im Austausch –
und können am Ende der Kooperationswoche erste Ideen und Umsetzungsschritte vorweisen.
Der Hausnotruf, mit dem ältere
Menschen auf Knopfdruck jederzeit
Hilfe holen können, oder der Menüservice sind nur zwei Beispiele an
Sozialen Diensten, die die Johanniter bereits anbieten. Im Austausch
mit den Studierenden und Wissen-
schaftlern geht es nun darum, wie
diese Angebote optimiert werden
können – und mit welchen neuen
Ideen es gelingen kann, dass ältere
Menschen möglichst lange und
selbstbestimmt in ihrem eigenen Zuhause leben können. Im Studium erlernte Theorie praxisnah umsetzen
– dieses Ziel verfolgen Professor Dr.
Thomas Dobbelstein von der DHBW
Ravensburg, Dr. Rositsa Röntynen
von der JAMK University of Applied
Sciences sowie Fabian Girod und
Sander Bruinsma von der Fontys International Business School Venlo
mit dem Studierendenprojekt. Gefördert wird die Initiative im Rahmen des ERASMUS+-Programms
der Europäischen Union. Dass die
Beteiligten von internationalen
Hochschulen kommen, ist dabei keinesfalls Zufall, sondern soll den Studierenden einen gemeinschaftlichen
Austausch über Ländergrenzen hin-
weg und mit neuen Perspektiven ermöglichen. „Für uns ist die Zusammenarbeit mit den Studierenden
und sind die Ideen der jungen Menschen unglaublich wertvoll, weil es
uns ermöglicht, unsere professionellen Angebote ‚out-of-the-box‘ neuund weiter zu denken“, so Stefan Dittrich, Regionalvorstand der Johanniter im Regionalverband Oberschwaben/Bodensee.
die Idee, Senioren zu ermöglichen,
mittels eines KI-gestützten Sprachassistenten mit Angehörigen zu kommunizieren oder daran erinnert zu
werden, Medikamente zu nehmen.
„Für uns ist die
Zusammenarbeit
mit den Studierenden und sind die
Fünf innovative Lösungsansätze
Ideen der jungen
Am Ende der Woche stehen fünf innovative Lösungsansätze, die die StuMenschen unglaubdierenden in Gruppen erarbeitet haben und die für sich, aber auch in
Kombination, in die zukünftige Wei- Seitens der DHBW Ravensburg sind lich wertvoll, weil es
terentwicklung der Angebote der Jo- die Studiengänge BWL-International
hanniter einfließen könnten. Etwa Business, BWL-Digital Business Ma- uns ermöglicht, uneine App, durch die sich Senioren nagement und BWL-Gesundheitsund Freiwillige mit Unterstützungs- management an der Kooperation sere professionelangeboten vernetzen können, oder beteilig.
len Angebote
‚out-of-the-box‘
neu und weiter zu
denken“,
„Zu sehen und zu verstehen, wie
komplex Probleme sein können, die
am Anfang leicht lösbar wirken, und
hier im Austausch mit den Johannitern und den anderen Studierenden
Lösungen zu finden, hat mich auf
jeden Fall weitergebracht“, zieht Michel Klimtschok, der an der DHBW
Ravensburg BWL-International Business studiert, ein positives Fazit des
Projekts.
so Stefan Dittrich, Regionalvorstand der
Johanniter im Regionalverband
Oberschwaben/Bodensee
Vom Hörsaal in die Praxis: Zum Auftakt der Kooperationswoche trafen sich die Lehrenden, Studierenden sowie Verantwortlichen der Johanniter auf der Johanniter-Rettungswache in Uhldingen-Mühlhofen. Bild: Johanniter/Sahida Ibeska